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Google-Unternehmensprofil einrichten: Schritt für Schritt

Bei lokalen Suchen entscheidet der Kartenbereich, wer Anfragen bekommt. Diese Anleitung führt dich in sieben Schritten durch Einrichtung, Kategorien, Fotos und Rezensionen.

10. September 2026 5 Minuten Lesezeit von Nils Gruner

Warum das Google-Unternehmensprofil wichtiger ist als deine Startseite

Such einmal selbst nach „Dachdecker Plauen“ oder „Restaurant in der Nähe“. Was du zuerst siehst, ist keine Website, sondern ein Kasten mit Karte und drei Unternehmen. Erst darunter kommen Branchenbücher, und noch weiter unten die Websites der Betriebe.

Dieser Kasten heißt Local Pack. Wer dort steht, bekommt bei lokalen Suchen den Löwenanteil der Klicks und Anrufe. Wer nicht dort steht, kämpft weiter unten gegen Portale, die Anfragen einsammeln und weiterverkaufen.

Der Eintritt in diesen Kasten läuft ausschließlich über das Google-Unternehmensprofil. Es ist kostenlos, und es ist der einzige Hebel im lokalen Marketing, der sofort wirkt und nichts kostet außer einer Stunde Arbeit.

Schritt 1: Google-Unternehmensprofil einrichten oder übernehmen

Geh auf google.com/business und melde dich mit dem Google-Konto an, das langfristig zum Betrieb gehört. Nicht mit der privaten Adresse eines Mitarbeiters, der in zwei Jahren vielleicht nicht mehr da ist.

Gib den Firmennamen ein. Zwei Fälle sind möglich:

  • Es gibt noch nichts. Dann legst du das Google-Unternehmensprofil neu an.
  • Google kennt dich schon. Das passiert oft, weil Nutzer oder Datenanbieter Einträge erzeugt haben. Dann klickst du auf „Dieses Unternehmen beanspruchen“.

Die Bestätigung läuft je nach Branche per Postkarte an deine Geschäftsadresse, per Telefon oder per Video. Die Postkarte dauert etwa eine Woche. Solange sie nicht da ist, ist das Profil nicht öffentlich sichtbar. Plane das ein.

Schritt 2: Die Kategorie richtig wählen

Das ist der wichtigste Punkt und der, bei dem die meisten Betriebe daneben liegen. Google entscheidet anhand der Hauptkategorie, bei welchen Suchen du überhaupt in Frage kommst.

Eine Werbeagentur, die als „Online-Marketing-Unternehmen“ eingetragen ist, erscheint bei der Suche „Werbeagentur Plauen“ schlechter als eine, die als „Werbeagentur“ eingetragen ist. So einfach und so folgenreich ist das.

So gehst du vor

  1. Tippe in die Suche nach deiner Leistung ein, so wie ein Kunde es täte.
  2. Schau dir die drei Betriebe im Kartenbereich an und klicke sie an. Unter dem Namen steht ihre Kategorie.
  3. Nimm genau diese Kategorie als deine Hauptkategorie.
  4. Ergänze bis zu neun Zusatzkategorien für alles Weitere, was du anbietest.

Wenn du im Suchfeld nur einen Teil des Wortes eingibst, zeigt Google mehr Vorschläge. Wer „Werbeagentur“ komplett eintippt, bekommt manchmal nur Spezialformen wie „Werbeagentur für Postwurfsendungen“ angezeigt. Tippe stattdessen „Werbeag“ und suche in der Liste den kurzen Eintrag ohne Zusatz.

Schritt 3: Daten vollständig und überall gleich

Google gleicht deine Angaben mit anderen Quellen im Netz ab. Je einheitlicher, desto vertrauenswürdiger. Achte auf:

  • Name. Genau so wie auf dem Firmenschild. Keine Zusätze wie „Werbeagentur Plauen günstig“, das verstößt gegen die Richtlinien und kann zur Sperrung führen.
  • Adresse. Identisch mit Impressum, Rechnungen und Branchenbüchern. Auch Abkürzungen wie „Str.“ gegen „Straße“ sollten überall gleich sein.
  • Telefon. Eine Nummer, unter der wirklich jemand rangeht. Eine Mobilnummer ist besser als eine Festnetznummer mit Anrufbeantworter.
  • Öffnungszeiten. Echte Zeiten. „Rund um die Uhr geöffnet“ wirkt bei einem Handwerksbetrieb unglaubwürdig und führt zu enttäuschten Anrufern.
  • Website. Verlinke nicht immer die Startseite. Ein Physiotherapeut kann auf die Terminseite verlinken, ein Restaurant auf die Speisekarte.

Schritt 4: Leistungen und Beschreibung

Unter „Leistungen“ kannst du einzelne Angebote mit eigener Beschreibung eintragen. Nutze das. Jede Leistung ist ein zusätzlicher Anhaltspunkt für Google und ein zusätzlicher Grund für einen Kunden, dich anzurufen.

Für die Unternehmensbeschreibung hast du 750 Zeichen. Schreibe darin, was du machst, für wen und wo. Verzichte auf Sätze wie „Ihr kompetenter Partner rund um alle Fragen“. Konkret schlägt schön.

Schritt 5: Fotos, und zwar echte

Profile mit Fotos bekommen deutlich mehr Anfragen und Routenanfragen als solche ohne. Lade hoch:

  • Außenansicht, damit Kunden das Gebäude wiedererkennen
  • Innenansicht oder Werkstatt
  • Team oder dich selbst, das schafft Vertrauen
  • Fertige Arbeiten, mindestens fünf
  • Fahrzeug mit Beschriftung, falls vorhanden

Handyfotos bei Tageslicht sind völlig ausreichend. Sie wirken oft ehrlicher als Stockfotos.

Schritt 6: Rezensionen, der eigentliche Hebel

Zwischen einem Profil mit 2 Bewertungen und einem mit 30 liegt der Unterschied zwischen unsichtbar und Platz 1. Rezensionen sind der stärkste einzelne Faktor für den Kartenbereich, und niemand kann sie dir abnehmen.

So bekommst du sie

  1. Erzeuge im Profil unter „Rezensionen“ deinen persönlichen Bewertungslink.
  2. Kürze ihn und speichere ihn als Textbaustein im Handy.
  3. Frage direkt nach Abschluss, wenn die Zufriedenheit am höchsten ist. Persönlich, nicht per Serienmail.
  4. Antworte auf jede Bewertung, auch auf die schlechten. Sachlich, kurz, ohne Rechtfertigung.

Zwanzig echte Bewertungen in drei Monaten sind für einen aktiven Betrieb realistisch, wenn du konsequent fragst. Kaufe niemals Bewertungen. Google erkennt Muster und sperrt Profile dauerhaft.

Schritt 7: Regelmäßig Beiträge

Im Profil kannst du kurze Beiträge veröffentlichen, ähnlich wie in einem sozialen Netzwerk. Ein Beitrag pro Woche reicht: ein fertiges Projekt, ein Angebot, eine Neuigkeit, eine Betriebsferien-Info.

Der Effekt ist doppelt. Google sieht ein gepflegtes Profil, und Kunden sehen, dass der Betrieb aktiv ist. Ein Profil, dessen letzter Beitrag zwei Jahre alt ist, weckt Zweifel.

Die fünf häufigsten Fehler

  • Falsche Hauptkategorie. Kostet Sichtbarkeit bei genau den Suchen, die zählen.
  • Adresse weicht vom Impressum ab. Schwächt das Vertrauenssignal.
  • Keine Rezensionen. Der teuerste Fehler überhaupt.
  • Öffnungszeiten stimmen nicht. Führt zu schlechten Bewertungen von Kunden vor verschlossener Tür.
  • Profil eingerichtet und vergessen. Ohne Pflege verliert es gegen aktive Wettbewerber.

Was danach kommt

Das Profil bringt dich in den Kartenbereich. Damit aus einem Klick eine Anfrage wird, muss die Website halten, was das Profil verspricht: schnell laden, auf dem Handy funktionieren und die Leistung erklären, nach der gesucht wurde.

Beides zusammen ist lokale Suchmaschinenoptimierung. Wenn du wissen willst, wo deine Website dabei heute steht, schau dir den kostenlosen Website-Check an. Sechs Fragen, ehrliche Rückmeldung per E-Mail, kein Verkaufsdruck.

Google-Unternehmensprofil einrichten mit Nils Gruner, Inhaber von Media NG in Plauen
Nils Gruner Media NG · Werbeagentur in Plauen

Ich baue Websites, Marken und Apps für Unternehmen aus Plauen und dem Vogtland. Hier schreibe ich auf, was ich in Projekten lerne, ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsmasche.

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