Branding
Was kostet ein Logo? Von Fiverr bis Agentur
Fünfzehn Euro oder fünfzehntausend: Beim Logodesign ist die Preisspanne größer als bei jeder anderen Gestaltungsleistung. Hier steht, wofür du wirklich bezahlst.
- Von 5 bis 50.000 Euro, und warum das kein Widerspruch ist
- Die vier Preisstufen im Vergleich
- Warum das 20-Euro-Logo teuer werden kann
- Was in einem soliden Angebot enthalten sein muss
- Wie ein Logoprojekt abläuft
- Ein Logo allein ist noch keine Marke
- Muss ich mein Logo schützen lassen?
- Die kurze Empfehlung
Von 5 bis 50.000 Euro, und warum das kein Widerspruch ist
Kaum eine Leistung hat eine so absurde Preisspanne wie Logodesign. Auf Fiverr bekommst du eines für 15 Euro, eine Markenagentur in Hamburg ruft 20.000 Euro auf. Beide liefern eine Bilddatei. Der Unterschied liegt in allem, was drumherum passiert.
Für kleine und mittlere Betriebe in der Region liegt der realistische Bereich bei 400 bis 2.500 Euro für ein Logo mit Nutzungsrechten, Dateien in allen Formaten und einer kurzen Anleitung zur Verwendung.
Die vier Preisstufen im Vergleich
| Weg | Was du bekommst | Typisch |
|---|---|---|
| Logo-Generator | Automatisch erzeugte Vorlage, oft mit Standardsymbol | 0 bis 50 € |
| Plattform wie Fiverr | Eine Datei, meist nach Vorlage, Rechte oft unklar | 15 bis 150 € |
| Designer oder kleine Agentur | Individueller Entwurf, alle Dateiformate, Nutzungsrechte | 400 bis 2.500 € |
| Markenagentur | Recherche, Positionierung, Markenhandbuch, Schutzprüfung | ab 8.000 € |
Warum das 20-Euro-Logo teuer werden kann
Ich rate niemandem grundsätzlich von günstigen Plattformen ab. Für ein Nebengewerbe oder einen Verein kann das genügen. Du solltest nur wissen, worauf du dich einlässt:
- Die Rechte sind selten geklärt. Viele Anbieter verkaufen dasselbe Symbol mehrfach. Wenn dein Wettbewerber im Nachbarort dasselbe Logo hat, ist das ärgerlich. Wenn ein Dritter es zuerst schützen lässt, wird es teuer.
- Du bekommst oft nur eine PNG-Datei. Für den Druck auf Fahrzeug, Arbeitskleidung oder ein großes Schild brauchst du eine Vektordatei. Ohne sie wird jeder Druckauftrag zur Nacharbeit.
- Es gibt keine Varianten. Ein Logo muss einfarbig funktionieren, auf dunklem Grund, als winziges Profilbild und als drei Meter breite Plane. Ein einzelnes Bild schafft das nicht.
- Niemand denkt mit. Ein Designer, der deinen Betrieb kennt, wird dir sagen, dass filigrane Linien auf einer Folienbeschriftung verschwinden. Ein Generator sagt gar nichts.
Die Rechnung kommt später: neue Dateien beim ersten Druckauftrag, Nacharbeit bei der Fahrzeugbeschriftung, im schlimmsten Fall ein Neuanfang nach zwei Jahren.
Was in einem soliden Angebot enthalten sein muss
Was kostet ein Logo, das komplett ist? Diese sechs Punkte gehören dazu, sonst ist es kein fertiges Logo.
- Vektordatei. AI, EPS oder SVG. Beliebig skalierbar, ohne Qualitätsverlust.
- Alle Varianten. Farbig, einfarbig schwarz, einfarbig weiß, quer und kompakt.
- Alle Formate für den Alltag. PNG mit Transparenz, JPG, PDF, dazu ein quadratischer Ausschnitt für Profilbilder.
- Farbwerte. HEX für Bildschirm, CMYK für Druck, idealerweise ein Pantone-Wert für Folien.
- Schriften. Welche Schrift wird verwendet, und darfst du sie kommerziell nutzen?
- Nutzungsrechte. Schriftlich, unbefristet, räumlich unbeschränkt, übertragbar.
Fehlt Punkt sechs, gehört dir dein Logo nicht wirklich. Das klingt theoretisch, wird aber praktisch, sobald du das Unternehmen verkaufst oder eine zweite Marke ausgründest.
Wie ein Logoprojekt abläuft
Damit du einschätzen kannst, wofür die Stunden draufgehen:
- Gespräch und Recherche. Was macht der Betrieb, wer sind die Kunden, wie treten Wettbewerber auf, was soll das Logo auslösen. Ein bis zwei Stunden.
- Entwurfsphase. Skizzen, dann zwei bis drei ausgearbeitete Richtungen. Das ist der Hauptteil der Arbeit.
- Auswahl und Feinschliff. Eine Richtung wird weiterentwickelt, Proportionen, Abstände, Farbnuancen.
- Reinzeichnung. Alle Varianten und Formate, Farbwerte, Testdruck.
- Übergabe. Dateien, kurze Anleitung, Rechteübertragung.
Zwei Abstimmungsrunden sind üblich. Wer unbegrenzte Runden verspricht, kalkuliert sie entweder ein oder hat sie nicht ernst gemeint.
Ein Logo allein ist noch keine Marke
Das ist der Punkt, an dem viele Projekte auf halbem Weg stehen bleiben. Das Logo ist fertig, liegt auf dem Rechner, und der Rest bleibt wie vorher: Die Visitenkarte hat andere Farben, die Rechnung eine andere Schrift, das Instagram-Profil ein altes Bild.
Wiedererkennung entsteht nicht durch das Logo, sondern durch Wiederholung. Dafür brauchst du mindestens:
- zwei bis drei feste Farben mit Werten für Bildschirm und Druck
- eine Schrift für Überschriften, eine für Fließtext
- eine Regel, wie Fotos aussehen sollen
- Vorlagen für Visitenkarte, Briefbogen und Social Media
Das zusammen ist Corporate Design. Es kostet mehr als das Logo allein, und es ist der Teil, der im Alltag den Unterschied macht.
Muss ich mein Logo schützen lassen?
Für die meisten kleinen Betriebe: nicht sofort. Eine Markenanmeldung beim Deutschen Patent- und Markenamt kostet ab 290 Euro für drei Klassen und lohnt sich, wenn du überregional wächst oder deine Marke ein wichtiger Wert ist.
Was du in jedem Fall tun solltest, bevor du in Druck gehst: eine einfache Recherche im Markenregister und eine Bildersuche. Es kostet zwanzig Minuten und verhindert die unangenehmste aller Überraschungen.
Die kurze Empfehlung
Wenn du dein Geld mit deinem Betrieb verdienst und dein Logo auf Fahrzeug, Kleidung und Rechnungen landet, sind ein paar hundert Euro für ein sauber gebautes Logo mit klaren Rechten gut angelegt. Was kostet ein Logo also wirklich? Es begleitet dich zehn Jahre und kostet damit weniger im Monat als eine Tankfüllung.
Wenn du testest, ob eine Geschäftsidee trägt, nimm die günstige Variante und mach es richtig, sobald es läuft. Nur plane den Wechsel dann auch ein, statt fünf Jahre mit einem Provisorium zu arbeiten.
Passende Leistung
Logo und Corporate Design
Logo, Farben, Schriften und Druckdaten, die auf Fahrzeug, Visitenkarte und Bildschirm gleich wirken. Alle Dateien und Rechte gehören dir.