Webdesign

Was kostet eine Website 2026? Preise ehrlich erklärt

Zwischen 500 und 15.000 Euro ist alles zu haben. Hier steht, was den Unterschied macht, welche laufenden Kosten dazukommen und woran du ein unseriöses Angebot erkennst.

10. September 2026 5 Minuten Lesezeit von Nils Gruner

Was kostet eine Website? Die kurze Antwort

Eine professionelle Website für ein kleines Unternehmen kostet in Deutschland meist zwischen 2.000 und 8.000 Euro einmalig, dazu kommen 150 bis 600 Euro im Jahr für Hosting, Domain und Sicherheitsupdates. Wer selbst mit einem Baukasten arbeitet, kommt auf 100 bis 400 Euro im Jahr und bezahlt stattdessen mit Zeit.

Diese Spanne ist groß, und das hat einen einfachen Grund: „Website“ kann eine einzelne Seite mit Kontaktformular sein oder ein Auftritt mit dreißig Unterseiten, Buchungssystem und Mehrsprachigkeit. Damit du die Zahlen einordnen kannst, gehe ich unten Punkt für Punkt durch, was den Preis tatsächlich treibt.

Wichtig Die genannten Beträge sind Marktwerte aus dem deutschen Mittelstand. Bei mir gibt es zwei feste Einstiegspreise: Website Starter ab 699 Euro und Website Business ab 899 Euro, jeweils einmalig. Das Premium-Paket kalkuliere ich nach Umfang, weil dort Seitenzahl und Funktionen stark schwanken. Vor dem Start bekommst du in jedem Fall ein Angebot, in dem Leistungen und Preis schriftlich stehen.

Die drei Wege und was sie wirklich kosten

1. Baukasten in Eigenregie

Wix, Jimdo, Squarespace oder IONOS MyWebsite. Du bezahlst 10 bis 35 Euro im Monat und baust selbst. Für einen Verein, ein Nebengewerbe oder eine reine Visitenkarte im Netz ist das eine ehrliche Option.

Was dabei gern unterschätzt wird: Die ersten Klicks sind schnell, die letzten zwanzig Prozent kosten Wochenenden. Rechne mit 20 bis 40 Stunden, bis eine Baukasten-Seite wirklich fertig und rund ist. Wenn deine Arbeitsstunde 45 Euro wert ist, hast du damit rechnerisch 900 bis 1.800 Euro investiert, ohne dass jemand von außen auf Struktur, Texte oder Auffindbarkeit geschaut hat.

2. Freelancer

Eine überschaubare Unternehmensseite mit fünf bis acht Unterseiten liegt bei einem erfahrenen Freelancer meist zwischen 1.500 und 3.500 Euro. Du bekommst individuelles Design und eine Person, die den Aufbau versteht.

Achte auf zwei Dinge: Wer schreibt die Texte, und wer ist erreichbar, wenn in zwei Jahren etwas klemmt? Beides sind häufige Bruchstellen und beides gehört ins Angebot.

3. Agentur

Für eine Unternehmenswebsite mit Konzept, individuellem Design, Texten, Suchmaschinen-Grundlage und Betreuung liegen die Preise typischerweise so:

UmfangTypisch am MarktSeiten
Landingpage, eine Leistung, ein Ziel1.200 bis 2.500 €1
Kleine Unternehmenswebsite2.500 bis 5.000 €5 bis 8
Website mit Buchung, Formularen, Standorten5.000 bis 12.000 €10 bis 20
Shop oder Portal mit Nutzerkontenab 12.000 €20+

Was den Preis wirklich bestimmt

Nicht die Zahl der Seiten entscheidet, sondern wie viel Denkarbeit vor dem Design steckt. Diese sechs Punkte machen in der Praxis den Unterschied:

  • Texte. Wenn du sie lieferst, sparst du Geld. Wenn sie geschrieben werden müssen, ist das der größte Einzelposten nach dem Design. Rechne mit 150 bis 400 Euro pro Seite.
  • Bilder. Eigene Fotos wirken besser als Stockmaterial, kosten aber einen Fototermin. Ein halber Tag mit Fotograf liegt regional bei 400 bis 900 Euro.
  • Funktionen. Ein Kontaktformular ist Standard. Terminbuchung, Zahlungsanbindung, Mitgliederbereich oder Anbindung an deine Kasse sind eigene Projekte.
  • Individualität. Ein angepasstes Fertig-Theme ist günstiger als ein Design, das es nur einmal gibt. Beides ist legitim, es sollte nur klar benannt werden.
  • Suchmaschinen-Grundlage. Eine Seite pro Leistung, sprechende Titel, saubere Überschriften, schnelle Ladezeit, strukturierte Daten. Das ist Handwerk und braucht Zeit, macht aber den Unterschied zwischen gefunden werden und nicht.
  • Abstimmungsrunden. Zwei Runden sind normal. Wer fünf braucht, sollte das im Angebot stehen haben, sonst gibt es später Diskussionen.

Laufende Kosten, die oft vergessen werden

Eine Website ist kein Möbelstück, das man einmal kauft. Diese Posten laufen weiter:

PostenWas üblich istPflicht?
Domain10 bis 20 € im Jahrja
Hosting60 bis 300 € im Jahrja
Updates und Sicherheit25 bis 90 € im Monatdringend
Inhaltliche Pflegenach Aufwandoptional

Der Punkt Updates wird am häufigsten gestrichen und rächt sich am teuersten. Eine WordPress-Seite ohne Updates ist nach zwölf Monaten ein offenes Scheunentor. Eine Bereinigung nach einem Hack kostet regelmäßig mehr als drei Jahre Wartung.

Warum manche Angebote so günstig sind

Wenn du ein Angebot über 499 Euro für eine „komplette Unternehmenswebsite“ siehst, fehlt fast immer eines davon:

  • Die Texte schreibst du selbst, ohne Anleitung.
  • Es ist ein Standard-Theme, das hunderte andere Betriebe genauso nutzen.
  • Suchmaschinen-Optimierung ist ein Aufpreis, oft mit monatlicher Bindung.
  • Du bekommst keine Zugänge und kommst ohne den Anbieter nicht mehr an deine Seite.

Der letzte Punkt ist der gefährlichste. Frag vor der Unterschrift: Gehören mir Domain, Hosting-Zugang und die Website selbst? Wenn die Antwort nicht sofort ja lautet, ist der Preis egal.

Wann sich eine Website rechnet

Die Frage ist nicht, was eine Website kostet, sondern ab wann sie sich trägt. Rechne einfach gegen:

Angenommen, deine Website kostet 4.000 Euro und ein durchschnittlicher Auftrag bringt dir 1.200 Euro Deckungsbeitrag. Dann muss die Seite in ihrer Lebensdauer von etwa vier Jahren gut drei zusätzliche Aufträge bringen. Das sind weniger als ein Auftrag pro Jahr. Bei einem Handwerksbetrieb mit einem durchschnittlichen Auftragswert im vierstelligen Bereich ist diese Schwelle meist im ersten Quartal erreicht.

Diese Rechnung funktioniert allerdings nur, wenn die Seite auch gefunden wird. Eine schöne Website, die bei Google auf Seite drei steht, ist eine teure Visitenkarte. Deshalb gehört die Suchmaschinen-Grundlage für mich in jedes Projekt und nicht in ein Zusatzpaket.

Fünf Fragen für dein nächstes Angebot

  1. Ist der Preis ein Festpreis oder eine Schätzung nach Aufwand?
  2. Wer schreibt die Texte, und sind sie im Preis enthalten?
  3. Wie viele Abstimmungsrunden sind vereinbart?
  4. Gehören mir nach Abschluss Domain, Zugänge und Inhalte?
  5. Was kostet die Betreuung ab dem zweiten Jahr, und ist sie kündbar?

Wenn ein Anbieter auf diese fünf Fragen klar antwortet, ist der Rest Verhandlungssache. Wenn er ausweicht, hast du deine Antwort auch.

Was kostet eine Website? Nils Gruner, Inhaber von Media NG in Plauen
Nils Gruner Media NG · Werbeagentur in Plauen

Ich baue Websites, Marken und Apps für Unternehmen aus Plauen und dem Vogtland. Hier schreibe ich auf, was ich in Projekten lerne, ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsmasche.

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